15.01.2018

Das kuriose Demokratieverständnis der Sozialdemokraten

Die Ankündigung der Teilnahme des amerikanischen Präsidenten am Wirtschaftsforum in Davos kam überraschend und hat offenbar im linken Lager eingeschlagen wie eine Bombe. Ein paar knappe Stunden nach dem Bekanntwerden jedenfalls, haben die Jungen Sozialdemokraten auf allen Kanälen Protest angekündigt. «Wir werden nicht still zuschauen, wie ein sexistischer, rassistischer, oranger Trottel einfach irgendwie bei uns hier rumtrumpelt» rief am 11.1.2018 ihre Präsidentin, welche sich vor nicht allzu langer Zeit Oben-ohne beim BH-Verbrennen präsentierte, in den Medien zum Widerstand auf.

Es scheint die protestierenden Linken hingegen nicht zu interessieren, dass der amerikanische Präsident, trotz aller Skandale und trotz einer nie dagewesenen Negativberichterstattung während des Wahlkampfes demokratisch gewählt worden ist. Dazu hat er sich zuerst in den amerikanischen Vorwahlen gegen alle 16 republikanischen Mitbewerber durchsetzen müssen, bevor er vom amerikanischen Volk, der in den Medien kostenlos bejubelten und hochgelobten Demokratin Hillary Clinton, vorgezogen wurde. Natürlich schrien die frustrierten linken Wahlverlierer sofort nach der Wahl, er hätte die Volksmehrheit nicht erhalten. Das mag wohl sein, aber im amerikanischen Wahlprozedere bestimmen seit jeher die Bundesstaaten mit ihren Elektoren-Stimmen, wer Präsident der USA wird, und das ist Trump, egal was man von ihm hält.

Es wäre schön, wenn die Sozialdemokraten, welche sich gar in ihrem Parteinamen als Demokraten bezeichnen, den demokratischen Entscheid der amerikanischen Wähler respektieren, statt den Besuch des gewählten amerikanischen Präsidenten zu verteufeln.

Und bei denen, die auf die Strasse gehen, bleibt zu hoffen, dass sie ihre Haltung mit der in unserer Verfassung garantierten Meinungsfreiheit manifestieren, statt als feige vermummte Linksextreme, welche mit blinder Gewalt alles demolieren, was ihnen in die Quere kommt.

Mario Cortesi, Chur