23.08.2020

Volksschule – Linke Ideologie kollidiert mit Wirklichkeit

Das neue Gesetz für die Volksschulen des Kantons GR wurde 2013 in Kraft gesetzt. Im Zentrum dieses Schulgesetzes steht ein grosser, schwerer und teurer Fremdkörper – die totale Integration aller Kinder in ein und dieselbe Klasse. Im Sinne der Harmonisierung leben seit 2016 21 Deutschschweizer Kantone mit dem neuen Lehrplan. Die NZZ hat Bilanz gezogen und für einmal recht. «Zehn Jahre integrative Schule: Statt Förderung herrscht vielerorts Überforderung – das muss sich ändern. Der integrative Unterricht wird von vielen Lehrerinnen, Eltern und Schülern als Belastung, Bremsklotz und soziokultureller, disziplinarischer Spannungserzeuger angesehen. Das ist eine höchst besorgniserregende Entwicklung. Auch Experten und immer mehr Bildungspolitiker sind sich einig: Es gibt Situationen, in denen eine schulische Integration schlicht keinen Sinn macht, die Regelklassen total überfordert und normalbegabte Kinder deutlich unterfordert sind.»

In der «geschützten» Werkstätte Volksschule, dem einzigen Ort, wo die gutgemeinte Integration so verbissen wie unehrlich bis ins Absurdum geführt und vom Steuerzahler finanziert wird, zeigt sich, was passiert, wenn linke Ideologie mit der Wirklichkeit kollidiert. Seit zehn Jahren versuchen die Schulen krampfhaft, die Wunschvorstellung einer Schule, an der alle Schülerinnen und Schüler – neben besonders begabten, auch solche mit besonderen Bedürfnissen, oder der deutschen Sprache nicht mächtige sowie intensiv aufwendige und störend verhaltensoriginelle – ihren Platz und ihre individuelle Förderung erhalten, in die Realität umzusetzen. Doch dieser weltfremde Traum der integrativen Schule hat sich bis heute nicht erfüllt, dafür fast alle Befürchtungen dieses pädagogischen und auch finanzpolitischen Wahnsinns. In manchen Klassen stehen bereits heute neben der absorbierten Lehrerin, mehrere Heilpädagoginnen, Deutschlehrerinnen für Immigranten, Schul-Assistentinnen und gar Zivildienstleistende unterstützend zur Seite. Das ist oft zu viel des Guten. Im Unterricht herrscht Unruhe, ein Gewusel. Damit sich die Schüler konzentrieren können, werden gar Kopfhörer verteilt. Das Ziel kann aber nicht sein, noch mehr Personal in die Klassenzimmer zu stellen. Für jeden Schüler eine eigene Lehrperson, das ist kein hoffnungsvolles Zukunftsszenario. Doch was tun wir mit diesem zehnjährigen, toten Pferd? Statt teure Reformen und sinnlose Massnahmen zur Wiederbelebung zu beschliessen, sollten wir alle endlich das klägliche Scheitern der SP-getriebenen Utopie bekennen und diesen «Ackergaul» der Integrativen Schule würdig beenden, um zu unserem über Generationen bewährten und äusserst erfolgreichen Modell der Mehrgleisigkeit zurückzukehren, statt gar alle in ein und dieselbe Regelklasse zu pressen, bis sie implodiert.

An oberster Stelle aller Überlegungen muss das kindsgerechte Lernen stehen. Und hier gilt ganz besonders: «Gleich und gleich gesellt sich gern.»

Deshalb: Einführungsklassen als Alternative für die direkte Einschulung, Primar A, B und C (Kleinklasse) für die unterschiedlichen Leistungs-, Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten der Kinder sowie Sek A, B (Real) und C (Kleinklasse) für die Oberstufe. Und parallel dazu die Sonderschule für hochschwellig Handicapierte. Bereits jetzt liesse das Gesetz diesen Handlungsspielraum offen, doch ehrlich wäre es, man würde diesen weltfremden Artikel 46 des Schulgesetzes des Kantons GR (BR 421.000) ganz und ersatzlos streichen. Wohlwissend geschähe dies auf kantonaler Ebene – doch wie so oft kann und muss unsere Stadt Chur auch hier die Initiative mit Signalwirkung übernehmen. Es geht um nichts weniger als um unsere kostbarste Ressource: Die Bildung. Laut Zahlen der OECD sind an unseren Schulen Kinder mit Migrationshintergrund bereits in der Mehrheit. Auch in Chur. Und es gibt Gemeinden, in denen bereits über 80 Prozent der Schüler zu Hause keine unserer Schweizer Landessprachen sprechen. Wie kürzlich in der Sonntagspresse zu lesen war, werden wir Schweizerinnen und Schweizer langsam zur Minderheit, weshalb uns ein Soziologe rät, wir müssten Integrationskurse für Schweizer in der Schweiz durchführen, damit wir nicht zu Verlierern im eigenen Land werden! Geht’s noch?! Ich stehe als künftiger Gemeinderat aus Überzeugung und Erfahrung für eine leistungsstarke Schule ein, die sich nicht stets nur noch nach unten nivellieren lässt.

Peter Kamber, Churer Gemeinderatskandidat, Liste 6